Der Tag begann mal wieder sehr früh.
Kurz nach 5 Uhr klingele der Wecker, da wir auf Google einen nach Ostern ausgerichteten Viewpoint entdecken, der einen interessanten Sonnenaufgang über der Stadt versprach.
Die 6,5 km dahin sollten mit unserem gemieteten PKW auch kein Problem sein.
Allerdings wurden wir gut 1,5 km davor auf einen Parkplatz gelotst, mit dem Hinweis, dass eine Weiterfahrt wegen der Steigung ummöglich sei.
Es dauerte auch nur wenige Sekunden, bis ein Pickup-Fahrer neben und stand uns eine Fahrt zum Aussichtspunkt für 300 Bart (etwa 8,50 €) anbot.
Wir überlegten kurz zu Fuß zu gehen, bemerkten aber schnell, dass wirklich niemand dies tat.
Kurz darauf wurden wir von einem ebenfalls mit dem PKW angereisten thailändischen Pärchen angesprochen, ob wir uns die Fahrt teilen wollen.
Wir überlegten nicht lange, bestiegen die Ladenfläche und brausten den Berg hinauf.
Oben angekommen, wurden am einem Ticketschalter nochmal 20 Barth pro Person fällig und wir betraten eine wundersame Welt.
Das Aussichtsplateau war als sorgsam angelegter Garten mit Pavillons, Sitzbänken, einen Zeltplatz mit akkurat aufgestellten Zelten und natürlich einigen Einkaufsständen gestaltet.
Soweit nicht weiter verwunderlich.
Die Szenerie wurde jedoch durch unzählige chinesische Lampions und etlichen mehr oder weniger kitschigen Selfie-Hintergründen geschmückt, was dem Ganzen eine etwas seltsame Freizeitpark-Atmosphäre verlieh.
Wir waren längst nicht die Ersten.
Noch vielfach sehr müde wirkenden vor allem asiatische Besucher, richteten ihre Kameras aus, tranken Tee oder machten ein frühes Picknick.
Die Aussicht selbst, war erstaunlicherweise gar nicht so spektakulär, die unter uns langsam fließenden Nebelbänke ließen die Landschaft aber immer wieder etwas anderes ausschauen.
Der Sonnenaufgang tauchte alles in ein goldenes Licht.
Und dann ging es richtig los.
Die Selfiepoints wurden gestürmt und die Besucher begannen sich in unzähligen mehr oder weniger amüsanten Posen sich selbst bzw gegenseitig abzulichten.
Natürlich boten wir unsere Unterstützung an.
Angeregt von dem offensichtlichen Spaß, konnten wir es dann auch nicht lassen und nutzten den Ort und die Zeit, es denen gleich zu tun 😊
Auf dem Rückweg ließ sich dann das ein oder andere intessante Detail entdecken.
Der Parkplatz auf dem man uns die Weiterfahrt verweigerte, verwandelte sich in der Zwischenzeit in eine große Einkaufsmeile nebst einem "chinesischen Dorf", das überwiegend aus Souvenirständen bestand und in dem man sich die Zeit mit Ponyreiten und Armbrustschießen vertreiben kann.
Wir waren so froh, dass wir in Pai keines der Tourenangebote gebucht haben, bei denen das fast immer mit auf dem Programm stand.
Zurück im Hotel gab es neben einem Frühstück mit Katze nochmal eine gute Portion Schlaf, da sich meine Erkältung nicht gebessert hat.
Auch überredete mich Moh dazu, mal eine der an allen Ecken angebotenen Thai Massagen auszuprobieren.
Ein recht intensives Erlebnis, von dem ich noch unschlüssig bin, ob ich das wieder brauche.
Zum Abend bzw. Sonnenuntergang lockte ein weiterer Viewpoint: Der große weiße Buddha hoch in den Bergen, diesmal mit Blick nach Westen.
Wir kannten den schon von unserem Besuch vor 6 Jahren und hatten noch gut die 550 Treppenstufen bis hinauf in Erinnerung.
Da wir aber diesmal ein Auto dabei hatten, konnten wir uns etwa die Hälfte davon ersparen und sind gleich zu dem Tempel am Fuße des Buddhas hinauf gefahren.
Von dort aus erklommen wir die monumentale Treppenanlage, welche immer wieder faszinierende An- und Ausblicke ermöglichte.
Den Sonnenuntergang selbst haben wir übrigens nicht wirklich wahrgenommen, es zogen Wolken auf, die das Ganze in eine etwas dramatische Lichtstimmung versetze.
Der Abend in Pai folgte dem dort üblichen:
Erst etwas an den zahlreichen Ständen futtern und dann den Abend mit ein paar Cocktails ausklingen lassen.
