Gut erholt und gefrühstückt (es gab mal wieder ein Kaffeevollautomat!) machten wir uns auf den Weg zu einem in den Reiseführern als sehenswert erwähnten Tempel etwas außerhalb der Stadt.
Schon am Tor waren wir von der recht farbenfrohen Aufmachung des Eingangsbereichs überrascht.
Beim weiteren Hineingehen gerieten wir in eine quietschbunte, leicht chaotische Ansammlung verschiedener Tempelgebäude, die uns mehr an einen Freizeitpark als eine Gebetsstätte erinnerte.
Neben diversen Verkaufsständen gab es auch Selfiepoints, die von den Besuchern nach den Opfergaben und Gebeten gerne angenommen wurden.
Hier ein Fotobeispiel:
Auf Hinweisschildern wurde der Weg zu einem offenbar bedeutenden Teakholztempel oben auf dem Hügel angezeigt.
Wir bezwangen (im Gegensatz zu den anderen Besuchern, die einen Shuttleservice nutzten) den Aufstieg zu Fuß, was unter anderem mit einem Blick auf das gut ein Meter durchmessende Netz einer Seidenspinne belohnt wurde.
Erstaunlicherweise waren wir die einzigsten Besucher dort. Diejenigen, die den Shuttleservice nutzten, waren wohl zu einem anderen Ziel unterwegs:
Nämlich einer weiter oben im Berg gelegene Aussichtsplattform mit Glasboden, was wir uns aus Zeitgründen aber ersparten.
Außerdem hätten wir wohl nie die wunderschöne und riesige Drachentreppe entdeckt, die uns durch den Wald zurück zum rummelhaften Teil der Tempelanlage brachte.
Unten angekommen gab es unter anderem ein weiterer Tempel, dessen Attraktion allerdings der ihn umgebende Teich war, dessen Bewohner (Karpfen und Schildkröten) man durch Füttern in ziemliche Aufruhr versetzen konnte.
Ein Spaß für Groß und Klein 😊
Der Tempel war übrigens einer der wenigen Orte, an denen zumindest dem Anschein nach sowas wie Mülltrennung praktiziert wurde.
Allerdings war ich mir beim Betrachten der Symbolik auf der roten Tonne nicht so ganz sicher, ob es ernst gemeint ist.
Mit diesen etwas verwirrenden Bilder im Kopf steuerten wir unser nächstes Ziel an:
Das sog. "Goldene Dreieck"
Dabei handelt es sich zum einen um das Dreiländereck von Thailand, Mianmar und Laos am einer Flussmündung gelegen.
Zum andern ist das Goldene Dreieck nach wie vor ein Synonym für die Opium- bzw. Heroinherstellung und den Drogenhandel in Südostasien.
Das Gold steht dabei für das Zahlungsmittel, mit dem chinesische Händler früher das aus der Region stammende Opium bezahlt haben.
Die Regierungen der drei Staaten um das Goldene Dreieck gehen sehr unterschiedlich gegen den Mohnanbau vor. In Thailand ist der Anbau illegal und das Land hat ihn unter anderem durch Förderung des Tourismus weitestgehend eindämmen können.
Das weitaus ärmere Laos versucht ebenfalls diesen Weg zu gehen, steht aber noch am Anfang. Das führt dazu, dass Myanmar zum größten Opiumerzeuger des Goldenen Dreiecks wurde.
Wir blieben natürlich auf der thailändischen Seite, nicht zuletzt weil bei einem Grenzübertritt unserer Touristenvisum seine Gültigkeit verlieren würde.
Der Ort des Dreiländerecks selbst ist zu einem vielbesuchten Touristenmagnet geworden, zu denen Besucher aus der ganzen Welt mit Reisebussen hingekarrt werden, um dort an einem der nicht wirklich schönen Points Fotos zu schießen. Im Anschluss warten unzählige Souvenirshops, Verkaufsstände und vor allen Restaurants auf die Besucher.
Entsprechend gelangweilt suchen wir schon recht bald das Weite und fuhren weiter zum nächsten Ort:
Die als besonders lebendig beschriebene Grenzstadt "Mae Sai".
Unterwegs kamen wir zufällig an einem Tempel vorbei, der sich durch die etwas exzessive Verwendung der Farbe "Grün" von den zahlreichen anderen Tempeln am Wegesrand unterschied.
In Mae Sai angekommen, stellen wir schnell fest, dass die Beschreibung im Reiseführer als sehr lebendiger Markt- und Grenzort nicht untertrieben war.
Moh, der sich inzwischen gut an den recht speziellen thailändischen Straßenverkehr gewöhnt hat, wurde aber ziemlich nervös, als uns Google Maps plötzlich in eine schmale Seitenstraße navigierte, welche zudem mit Straßenhändlern und Menschen vollgestopft war.
Aber es war schon zu spät, wir steckten mitten Drin.
Da vor uns allerdings auch weitere Fahrzeuge ihren Weg durch die Menschen hinauf zu dem Tempel auf dem Berg bahnten, folgten wir dem einfach und übten uns in asiatischer Gelassenheit.
Oben angekommen, wurden wir zunächst von fleißig ihre Trillerpfeife nutzenden Parkwächtern zu einem Parkplatz gelotst.
Nach dem das geschafft wurde, merkten wir erst in was für eine absurd seltsame Welt wir geraten sind.
Der Begriff "Kitsch" trifft es nicht annähernd.
Das gesamte Areal war mit einem Meer an Plastik (!) Blumen, Dekoration und asiatischen Gottheiten überladen, welche allesamt eine Gemeinsamkeit teilen:
DIE FARBE LILA
Totale Reizüberflutung und farbiger Alptraum zusammen.
Die fast ausschließlich asiatischen Besucher waren jedoch sichtlich begeistert und knipsten mit ihren Handys was das Zeug hielt.
Wir brauchten eine Weile bis wir uns daran gewöhnt hatten zumal inmitten der heiteren Freizeitpark-Atmosphäre fleißig gebetet und gespendet wurde.
Moh nutzte die Situation und überredete mich zu einer beispielhaften Foto-Pose:
Eine der Hauptattraktionen der Tempelanlage war allerdings zweifellos ein Skywork, der schon von unten spannende Ausblicke versprach.
Um unsere Augen zu schonen überlegen wir nicht lange und erwarben zwei Eintrittstickets.
Vor dem Betreten mussten wir schon lilafarbene Schuhüberzieher anlegen um den Boden zu schonen.
Und schon erreichten wir den nächsten Selfiepoint
Auch wir nutzen die Gelegenheit, auch wenn das Betreten des Glasbodens doch ein wenig Überwindung kostete.
Wir vertrauten einfach mal auf thailändische Ingenieurskunst.
Die Aussicht auf die unter uns liegende Stadt wurde dabei fast zur Nebensache.
Am Ende des Skywalks wurden wir - wen wundert es - in ein Gebäude geführt, welches eine Mischung aus Tempel und Verkaufsstand für allerlei religiöser Gegenstände bildete.
Konsequenterweise mit üppiger Verwendung der Farbe Lila.
Am Ende waren wir heilfroh diesem lila Wonderland zu entfliehen.
Wieder unten in der Stadt bestaunten wir noch eine Weile das quirlige Treiben rund um den Grenzübergang nach Miarmar.
Dieser wird intensiv von zahlreichen Personen mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt, wohl um Waren vom einen ins andere Land zu bringen.
Besonders faszinierend fand ich dabei die häufig völlig überladen Busse, in denen es Passanten oftmals noch gelang sich irgendwie dazu zu quetschen ohne dass es bei den anderen Fahrgästen zu gemaule kommt.
Jeder der sich über überfüllte Bahnen hierzulande beschwert, sollte sich ein Vorbild daran nehmen.
Sodann machten wir auf zu unserem letzten Ziel des Tages:
Die Kleinstadt Chiang Rai, die für kommden Tage auch ein Ort zum Ausruhen sein soll.
Da wir dort gleich mehrere Tage verweilen wollen, haben wir uns im Vorfeld für ein etwas komfortablers Hotel im Zentrum der Stadt entschieden.
Bei unser leider nur eintägigen Besuch von Chiang Rai vor 6 Jahren ist uns besonders der nächtliche Foodcourt in Erinnerung geblieben, bei dem Einheimische in mit Holzkohle befeuerten Tontöpfen in geselliger Runde ein Mahl zubereiteteten, dessen Zutaten an den Ständen ringsherum zu erwerben waren.
Als wir den Ort ansteuerten stellten wir schnell fest, dass es sich inzwischen auch zu einem gewissen Touristenmagnet entwickelt hat.
In der Umgebung zahlreiche Souvenirstände, ein Polizist der für Ordnung sorgt und nicht wenige westliche bzw europäische Besucher, die sich auf dem Markt tummeln.
Dennoch war die Atmosphäre auch wegen der Bühne und der Livemusik sehr angenehm und nach einigem Überlegen trauten wir uns an einem der Stände eine solchen "Hot Pott" selbst auszuprobieren.
Das Ergebnis war ausgesprochen lecker.
Nun sind wir um eine kulinarische Entdeckung reicher und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein.
Es waren mal wieder viele Eindrücke, von denen wir nicht wussten, welche wir Euch vorenthalten sollen um Eure Nerven, Zeit und Speicherplatz zu schonen.
Vielleicht verzaubert ja das ein oder andere Eure Weihnachtszeit in einer sicher völlig anderen Welt 😘
