Tag 21

20.12.2024 - Von Chiang Dao nach Than Ton

Nach dem überaus leckeren Frühstück ging es zunächst zum nahegelegenen Tempel, der aufgrund seiner Höhlen ein Heiligtum und beliebtes Ausflugsziel zugleich ist.


Ein riesiger Parkplatz mit unzähligen Hinweisschildern und etlichen Verkaufsständen zeigt, dass man auf größere Besucheranstürme vorbereitet ist.


Nachdem man 40 Baht am Eingang bezahlt hat, darf man auch die Treppen hinauf zum Höhleneingang gehen.

Irritierend fanden wir die verschiedenen Hinweis- und Leuchtschilder, welche augenscheinlich auch Werbung für einen örtlichen Mobilfunkbetreiber macht.


Im Inneren erwartet einen eine etwas chaotisch wirkende Ansammlung von Buddhafiguren, Drachen und andere Figuren, welche wohl alle eine spirituelle Bedeutung haben.


Ferner ein mehr als deutliches Leuchtschild, das einem - neben dezenter Werbung für einen Mobilfunkanbieter - darauf hinweist, die unbeleuchteten Teile der Höhle nur mit einem Guide zu betreten.


Clevererweise habe ich mich im Vorfeld etwas im Internet schlau gemacht und Berichte von (asiatischen!) Besuchern gelesen, dass es in dem Bereich der Höhle oft sehr rutschig und vor allem eng zugeht, man auch schonmal auf Händen und Knien kriechen muss.


Angesichts meiner etwas größeren Proportionen und Kenntnis meiner körperlichen Geschicklichkeit, habe ich darauf verzichtet, mir diesen Teil der Höhle angeschaut.


Moh wurde also wie beim Wasserfall vorausgeschickt, während ich mir in aller Ruhe die anderen Teile der weitläufigen Tempelanlage im Freien anschaute.


Wie auch vor ein paar Tagen, tauchte plötzlich eine Dame mit einer Gaslaterne auf.

Nachdem ich, von Dirk getrennt, der Dame mit der Laterne in die Höhle folgte, wurde mir schnell bewusst, dass Dirk sich richtig entschieden hatte.

Sie zeigte nach wenigen Metern auf eine kleine Öffnung und meinte, hier muss ich auf alle Vieren durchkriechen und solle auf meinen Kopf aufpassen.


Ich ging jetzt einfach mal davon aus, dass die nette Dame meinen durch die ganzen Straßenstände gemästeten Körper richtig berechnet hatte, so dass ich da wirklich durchpasse, ohne stecken zu bleiben.


Ich kam tatsächlich durch und war, wie nicht anders zu erwarten, begeistert von der Größe und der Atmosphäre.

Auch hier wurden verschiedene Formationen zu Bildern gedeutet. Unter anderem ein dreiköpfiger Elefant, Hunde und verschiedene andere Tiere.


Richtige Tiere gab es in der Höhle natürlich auch.

Neben Grashüpfer (ja, ich war auch überrascht) begegneten mir einige Spinnen (Handflächen groß und sehr beeindruckend)


Ich wurde noch durch zwei weitere kleine Löscher geführt, bis nach ca. 30 Minuten die geführte Tour zu Ende war.


Danach konnte ich einen weiteren Abschnitt, gut ausgebaut und beleuchtet, selbständig erforschen.

Dort waren natürlich neben Steinformationen verschiedene Buddhafiguren zu finden.


Endlich wieder vereint, ging es dann mit dem Auto weiter nach Norden zu unserem nächsten Ziel: Die kleine Ortschaft Tham Ton nahe der Grenze zu Miarmar.


Das riesige in Wolken gehüllte Felsmassiv in dem sich der Höhlentempel befindet, verschwand allmählich hinter uns, während uns entlang des Weges immer wieder neue faszinierende Felsfomationen begleiteten.


Die Weiterfahrt führte durch eine zunehmend lanfwirtsschaftliche breite Ebene, was sich auch an den Fahrzeugen der Straße bemerkbar machte.


Unterwegs kamen wir auch an zahlreichen Tempelanlagen vorbei.


Mehr oder weniger zufällig haben wir an einem einen Zwischenstopp eingelegt und waren über dessen Pracht beeindruckt, welche in dem Fall vor allem auf kleine verspiegelte Glasmosaike beruhte.


Aber auch das Innere, war aufgrund der aufwändigen Wandgestaltung wunderschön.


Einige Kilometer vor unserem Ziel besuchten wir noch die "Hot Spings" von Fang, welche lt. Berichten im Internet absolut sehenswert seien.


Also fuhren wir etwa 8 km in die Berge und wurden am Eingang des dazugehörigen Nationalparks erstmal um 300 Bath pro Person erleichtert.


Ein stolzer Eintrittspreis, wir waren gespannt, was uns erwartet.

Nach einem recht monumentalen Eingangtor aus Beton in künstlicher Holzoptik lag vor ein ein großes Areal in denen neben einigen Felsbrocken ein Fußwegenetz aus eben den gleichen brauenen Betonplatten und Bohlen in Holzoptik angelegt wurde.

In kürzester Zeit tauchen auch ein paar ältere Damen auf, die uns ungewohnt hartnäckig wahlweise Erdbeeren oder bunte geknüfte Armbänder anzudrehen versuchten.


Selbst nach freundlicher Ablehnung ließen sie nicht locker, was fast schon unangenehm war.


Ansonsten erklärte sich der Grund für das Wegenetz und die Stege schnell.


Das gesamte Areal bestand aus mehreren Quelllöchern, aus denen ca. 90 °C heißes Wasser und natürlich auch Schwefelwasserstoff Gase an die Oberfläche trat und sich über ein Netz von kleinen Flüssen verteilte.

Auf Hinweisschildern wurde sehr nachdringlich davor gewarnt, die Wege zu verlassen, da Teile des Bodens bzw des Schlamms sehr heiß sein können.

Ansonsten gab es noch sowas wie ein Geysir, der hin und wieder etwas größere Dampffontainen in den Himmel schoss und bei näherer Betrachtung vermutlich künstlich angetrieben wird. Wir nutzten natürlich die Gelegenheit für ein lustiges Foto 😊

Ansonsten gab es dort nicht allzu viel zu sehen außer dass man seine Füße in ein warmes Becken stecken kann, ein Restaurant und das was in Thailand an allen heißen Quellen sehr beliebt ist:

<Eier kochen>

Für letztes ist man natürlich vorbereitet. Es werden kleine mit Eiern gefüllte Bambuskörbchen und einer Plastikschnur angeboten, mit denen man nach entsprechender Anleitung die Eier im einem der Becken bis zum gewünschten Gargrad kochen kann.

Da bei dieser Garmethode nur das Eigelb und nicht das Eiweiß fest werden, gestaltet sich das anschließende Verspeisen etwas kompliziert.


Doch der Spaß ist es wert.


Am Abend errichteten wir dann unsere Unterkunft in Than Ton, ein sehr kleines, aber hübsch gestaltetes Holzhäuschen, welches von einem ausgesprochen herzlichen Gastgeberpaar angeboten wurde.

Die Gastgeberin versorgte uns auch mit zahlreichen Tips für die weitere Reise und natürlich das folgende Abendessen.


Lediglich der im Garten aufgestellte weiße Plastiktannenbaum wollte nicht so recht in die Szenerie passen.


Das Abendessen nahmen wir auf der nahegelegenen "Walkingstreet" ein, ein bunter Mix aus verschiedenen Streetfoot-Köstlichkeiten


Zur Unterhaltung war dort auch eine Bühne aufgebaut, auf der neben verschiedenen Tanzdarbietungen von lokalen Schülergruppen und kleinen Musikdarbietungen auch immer mal wieder PowerPoint Präsentationen gezeigt wurde, bei denen - wir können es nur vermuten - wohl Schulprojekte vorgestellt wurden.


Wir waren übrigens die einzigsten augenscheinlich westlichen Besucher weit und breit... authentischer kann man Thailand kaum besuchen.


Wie alle übrigen Zuschauer auch, haben wir währenddessen das auf ner angrenzenden Workingsstreet ergatterte Essen mit Genuss verputzt.