Der vorletzte Steckenabschnitt mit dem Auto ging nach Samoeng, ein kleiner Ort in den Bergen westlich von Chiang Mai.
Der noch sehr belebte und verkehrsreiche Abschnitt in den Ausenbezirken von Chiang Mai bot wie immer spannende Einblicke.
Praktischerweise kann man während der Wartezeiten an den Ampeln von Händlern vieles kaufen, was man unterwegs so braucht.
Vielleicht eine Anregung für die Staus auf deutschen Autobahnen?
Mit Erreichen der Berge änderte sich das aber schlagartig.
Wir fuhren durch das Mae Sa-Tal, welches offenbar ein beliebtes Ausflugsziel gestresster Städter und Touristentouren ist.
In enger Abfolge reihen sich Ausflugslokale, luxuriöse Ressorts, Elefantencamps und andere "naturnahe" Ausflugsziele aneinander.
Wir hielten lieber unterwegs spontan an einer Tempelanlage an, die uns auf Anhieb gefiel und nicht überlaufen war.
In einem der Tempel konnten wir eine automatische Spenden- und Segnungsbox beobachten, bei denen Gläubige nach Einschub eines Geldscheins in einen der Geldschlitze einen per Bandansage durchgegebene Segnung erhielt.
Üblicherweise geschieht dies sonst durch einen Mönch, der nach der Spende, einem während der Segnug mit einer Art Reisigbesen, Wasser über einem verspritzt.
Diese Funktion fehlte allerdings bei der Box.
Ansonsten gab es in dem Tempel auch was zu Essen, in dem Fall äußerst leckere Kokos-Pfannküchlein.
Nach dem Tempel steuerten wir eine Orchideen- und Schmetterlingsfarm an.
Unsere Erwartungen (auch in Hinblick auf den Eintrittspreis) wurden aber etwas enttäuscht, da in dem hüpsch angelegten Garten nur ein paar wenige Reihen von Orchideen und nahezu alle von der gleichen Sorte zu sehen waren.
Das kleine Schmetterlingsgege war dann schon etwas spannender. Weniger wegen der Schönheit der Tiere als eher deren ungewohnte Zutraulichkeit.
Den weitaus größten Teil der Farm nahm übrigens ein riesiges luxeriöses Restaurant ein, in dem augenscheinlich betuchte Besucher entspannt speisten.
Uns dämmerte, dass das die eigentliche Bestimmung der Anlage ist.
Da das nicht unsere Welt ist, machten wir uns wieder auf den Weg.
Unterwegs kamen wir an etlichen Elefantencamps vorbei, die mehr oder weniger auffällig die Besucher auf sich aufmerksam machten.
Da wir uns aber im Vorfeld über diese Art Tourismus und den oft zweifelhaften Tierschutz informierten, ließen wir diese links liegen und stoppten an einem der Wasserfälle entlang der Strecke.
Der "Mae Sa Noi Fall" besteht auf einer ganzen Kaskade von insgesamt 10 Wasserfällen, die über eine längere Stecke durch das mit Dschungel bewachsene enge Tal zu erwandern sind.
Wir besuchten die ersten 5 Kaskaden, die über Stege und Brücken auf für sportlich ungeübte gut erreichbar waren.
Einige der Becken luden auch zu einem kleinen Bad ein.
Bei der weiteren Fahrt über die Berge nach Samoeng hörten auf einmal schlagartig die Touristenattraktion auf, keine Camps, keine Ressorts und keine Cafés mehr. Offenbar überschritten wir die Reichweite der Tagesausflugsbusse von Chiang Mai.
Dafür wurden wir mit sagenhaften Ausblicken in die Natur belohnt.
Schließlich erreichten wir Samoeng, ein kleiner Ort in einem von Bergen und Feldern umgebenen Tal.
Unsere Unterkunft war ein Traum. Ein paar kleine Häuschen rings um einen kleinen Teich mit Veranda und Blick auf die Felder.
Ein wunderbarer Ort zum Entspannen.
Die Gastgeber waren ausgesprochen freundlich und zu unserer Überraschung erfolgte an diesem entlegenen Ort das Einchecken über ein QR-Code und Online-Formular.
Das erste Mal übrigens auf unserer Reise.
Das Abendessen nahmen wir in einer einfachen Garküche nahe es kleinen Marktes ein.
Es gab zwar sowas wie eine hüpsch gestaltete Speisekarte, doch die Dinge darauf waren einerseits nicht verfügbar und am Ende wurde sowieso etwas anderes serviert.
Das Ergebnis war dennoch ausgesprochen köstlich, eine Art Hühnersuppe mit Reisnudeln, allerlei Gewürzen, Fleischbällchen und Hackfleisch.
Etwas was auf unsere "muss-zu-Hause-regelmäßig-nachgekocht m-werden-Liste" kommt.
