INFO:
Nach dem Untergang des Königreichs Sukhothai (ihr erinnet Euch vielleicht an den Besuch der Ruinen zu Beginn unserer Reise) wurde um 1350 unserer Zeitrechnung das neue Königreich Siam mit Ayutthaya als prachtvolle Hauptstadt gegründet.
Die Stadt liegt strategisch günstig auf einer Insel, umgeben von drei Flüssen, die die Stadt mit dem Meer verbindet. Dieser Standort wurde gewählt, weil er oberhalb der Gezeitenwelle des Golfs von Siam liegt, wie sie damals existierte, und so Angriffe der seetüchtigen Kriegsschiffe anderer Nationen auf die Stadt verhinderte.
In der Blütezeit entwickelte sich Ayutthaya - das auf halbem Weg zwischen Indien und China liegt - zu einem der größten und kosmopolitischsten Ballungsräume der Welt und zu einem Zentrum globaler Diplomatie und des Handels.
Schätzungen zufolge hatte Ayutthaya im Jahr 1600 etwa 300.000 Einwohner, um 1700 waren es vielleicht sogar 1.000.000.
Damit war Ayutthaya zu dieser Zeit eine der größten Städte der Welt, weshalb sie manchmal auch wegen der zahlreichen Kanäle innerhalb der Stadt als „Venedig des Ostens" bezeichnet wurde.
Das änderte sich schlagartig als die Stadt im Jahr 1767 von der burmesischen Armee angegriffen und zerstört wurde.
Sie brannten die Stadt nieder und zwangen die Einwohner, die Stadt zu verlassen.
Die Stadt wurde nicht wieder an derselben Stelle aufgebaut und ist heute noch als ausgedehnte archäologische Stätte bekannt.
Das heutige, moderne Ayutthaya wurde inmitten der zahlreichen Ruinen errichtet und hat mit gerade mal 55.000 Einwohnern einen eher kleinstädischen Charakter.
Von zahlreichen Chronisten wird berichtet, dass die Königsstadt schon von kilometerweiter Ferne aus an ihren goldenen Chedis und Tempel erkennbar war und eine unglaubliche Pracht entfaltete.
Heute sind davon nur noch Ruinen übrig, vielfach brannten die Burmesen die Tempel und Chedis nieder um das darin verbaute Gold zu schmelzen und auch an die verborgene Schätze heran zu kommen.
Einige der Tempel und Paläste wurden in den vergangenen 50er und 60er Jahren restauriert, manche Tempel sind heute wieder als religiöse Stätten in Funktion und beherbergen zum Teil uralte und von den Thais hochverehrte Buddha Statuen.
Der gewaltsame Niedergang Ayutthayas führte übrigens zur Verlegung des Königssitzes und der Hauptstadt Siams in das heutige Bangkok, das sich in den folgenden 250 Jahren bis heute zu einer pulsierenden Millionenmetropole entwickelt hat.
Doch nun genug der Worte, lasst Euch mit Bildern von unseren Tag mitnehmen.
Wir liehen uns Fahrräder und machten uns auf den Weg zum ehemals größten und prächtigten Tempel Wat Mahathat.
Ein äußerst beliebtes Fotomotiv ist dort ein Buddhakopf, der in die Wurzeln eines Bhodibaums verwachsen ist.
Für Buddhisten ist dies ein besonderes Symbol, da Buddha einst unter einem Bhodibaum (Lebensbaum) sitzend die Erleuchtung fand und daher solche Bäume als heilig gelten.
Auch wir lieben das Motiv, welches ganz oben auf der Liste der Bilder steht, welche ggf. künftig unser Wohnzimmer schmücken soll.
Entsprechend viel Zeit verbrachten wir dort, auch zu unterschiedlichen Uhrzeiten und Lichtstimmungen immer wartend, bis die zahlreichen Besuchergruppen einen Fotoslot frei gaben.
Beim benachbarten ehemaligen Königspalast ist ein restaurierter Chedi zu bewundern, in dessem Inneren bei Grabungen ein äußerst wertvoller, von den Burmesen nicht entdeckter Goldschatz geborgen wurde.
Weiter ging es zu einem historischen Tempel, der wieder errichtet und als Ort des Gebets wieder genutzt wird.
Eine Besonderheit ist dort in einer kleinen Kapelle eine in ungewöhnlich europäischer Haltung sitzender Buddha aus grünlichem Stein, dessen Alter auf ca 1500 Jahre geschätzt wird.
Auf dem Tempelgelände gab einige alte Bäume und Chedis zu bewundern, in einem Fall eine Verbindung von beidem.
Kenner von uns wissen, dass wir hier einige Inspirationen für unsere Gartengestaltung erhalten 😊
Der weitere Weg führte uns in den historischen Park zurück, in dem weitere Ruinen ehemals riesiger Königspaläste und Tempel zu finden sind.
Neben Eichhörnchen begegneten wir dort leider auch einige Elefanten, die dort als Touristenattraktion zum Reiten entlang der Straße gezwungen werden.
Zum Abend hin nutzten wir noch die "blaue Stunde" um besondere Lichtstimmungen einzufangen.
In der Nähe des Nachtmarkts entdeckten wir ein Restaurant, welches auch einen sog. "Hot Pot" anbot, dem wir nicht widerstehen konnten.
Wir wurden nicht enttäuscht 😋
Zum Dessert gönnten wir uns wieder diese hübschen, unfassbar leckeren Mini-Crêpes, die mit ihrem französischen Namensvetter nicht viel gemein haben.
