Den Weg zum heutigen Ziel legten wir, nach zähen Verhandlung mit einem TukTuk zurück, da wohl kein Regionalbus mehr fuhr. Was allerdings auch spannende Einblicke in die aus unserer westlichen Sicht abenteuerlichen Verkehrsmittel erlaubt.
Der Grund, wesshab die meisten Besucher nach Sukhothai kommen, liegt etwa 12 km außerhalb der Stadt.
Dort findet man die Überreste der ehemaligen Hauptstadt des Sukhothai-Königreiches aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Es war das erste größere Königreich der Thai, welches im Laufe kriegerischer Auseinandersetzung unterging und später weiter südlich durch ein neues Königreich in Ayutthaya abgelöst wurde.
Die alte Stadt verfiel und geriet über Jahrhunderte in Vergessenheit.
Erst in den 1950er Jahren begann man die von der Vegetation überwucherten Ruinen frei zu legen und zu restaurieren.
Es entstand ein parkähnliches Gelände in dem man zahlreiche Reste von Tempeln und Palästen der Könige finden kann.
Auch außerhalb der etwa 2 x 1,6 km von Wassergräben und Schutzwällen umgebenen Stadtmauern sind Tempelanlagen zu entdecken, welche zum Teil noch älteren Ursprungs sind.
Am historischen Park angekommen, mieteten wir für kleines Geld Fahrräder, was angesichts der Entfernungen und der sengenden Hitze, eine sehr angenehme Form der Fortbewegung ist.
Inzwischen haben die örtlichen Fahrradverleiher jedoch große Konkurrenz bekommen.
Überall sieht man Touristen mit kleinen Elektrokarren und Golfwägen durch die Anlagen fahren oder werden von kleinen Bahnen bis vor die Hauptsehenswürdigkeiten gefahren ohne selbst auszusteigen.
Der Eindruck eines Freizeitparks lässt einen nicht mehr los.
Wir waren mit unseren Fahrrädern sehr zufrieden und widmeten unser Augenmerk ganz den faszinierenden Ruinen, die einem wage Vorstellung verleihen, wie es hier wohl vor 800 Jahren ausgesehen hat.
Unzählige, teilweise sehr anmutige Buddhadarstellungen zeigen, welche Bedeutung schon damals diese religiöse Weltanschauung für das Volk der Thai hatte.
Unserer wichtigstes Ziel lag allerdings etwas außerhalb der historischen Stadtbefestigung.
Der Wat Si Chum, ein Tempel aus dem14. Jahrhundert wartet mit einer Besonderheit auf.
In einem würfelförmigen Gebäude mit 3 Meter dicken Wänden, das nur durch eine schmalen Eingang betretbar ist, befindet sich ein großer sitzender Buddha, der nur unwesentlich kleiner als der Innenraum ist.
Durch die so erzwungene Nähe zur Figur ergeben sich faszinierende Perspektiven, insbesondere auf die elegant geschwungene Hand.
Diese Darstellung hat uns schon bei unserem Besuch vor 6 Jahren so sehr in den Bann gezogen, dass wir unbedingt wieder diesen für uns magischen Ort aufsuchen wollten.
Moh's besondere Aufmerksamkeit galt die Schönheit der Darstellung, insbesondere der von Gläubigen mit Blattgold als Opfergabe geschmückten Hand.
Dirk faszinierte derweil die Reinigungsarbeiten, welche Arbeiter zwischenzeitlich an der Statue ausführten, als wollten sie diese für einen besonderen Anlass herausputzen.
Da an diesem Freitag Abend endlich auch die Cocktailbar öffnete, vor der wir uns schon vor 6 Jahren einen heiteren Abend machten, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, der erneut einen Besuch abzustatten.
Auch diesmal wurde es sehr lustig, was nicht nur an den Cocktails lag 😊
