Tag 9

08.12.2024 - Von Mae Sot nach Umphang

Nachdem man uns von drei unabhängigen Quellen versicherte, dass stündlich ein Songthaeo von Mae Sot nach Umphang fährt, sind wir frohenmutes zur kleinen Busstation neben dem Markt im Zentrum gelaufen.


Unterwegs begegneten uns allerlei Kuriositäten, unter anderm Gulliabdeckungen, die bei uns zu Hause schieres Entsetzen auslösen würden. 

Zum Glück, hat Dirk beim betreten des Landes schlagartig seine berufliche Sichtweise der Dinge begraben 😊


Am Busbahnhof angekommen, warteten wir zunächst vergeblich auf das dunkelblaue Songthaeo, das nach Umphang fahren sollte.


Auf Nachfrage bei den örtlichen Busfahrern und der Ticketvrrkäuferin, wurde zunächst mit irgendwelchen Leuten telefoniert und mit vielen für uns völlig unverständlichen Worten angedeutet, dass wir warten sollen.

Uns blieb also nichts anderes übrig, als den Reisebericht des Vortrages zu verfassen und sich auf dem Markt nebenan umzuschauen.



Dann endlich, nach über 2 Stunden tauchte das Gefährt auf, es brach kurzzeitig Hektik aus, als sie unseren großen Rucksäcke sahen.


Diese wurden uns dann aber fix von einem auf dem Wagendach sitzenden Begleiter aus den Händen gerissen und dort sicher verstaut.


Beim Einsteigen bekamen wir auch eine Ahnung, was der Grund für die Verspätung sein könnte.


Inmitten des "Fahrgastraums" waren zwei nicht gerade kleine Motorroller verzurrt, was nicht nur das Ein- und Aussteigen für uns etwas knifflig machte, sondern auch den Sitzkomfort stark einschränkte.

Doch wir nahmen es wie die Thais, mit stoischer Gelassenheit hin, auch wenn uns bei dem Gedanken an die bevorstehende 6-sündige, sicher wilde Fahrt schon etwas mulmig wurde.


Dann ging es auch schon los. Mit flotten Tempo brausten wir aus der Stadt heraus, unterwegs wurden noch ein paar Fahrgäste, Waren und Tiere (in einem Pappkarton) eingeladen und als kein Platz mehr war, sind die Mitreisenden ganz selbstverständlich aufs Dach des Fahrzeugs gestiegen oder fuhren hinten auf der Pritsche stehend mit.


Das alles ohne ein Murren oder Klagen, als sei es das Normalste der Welt.


Plötzlich fühlten wir uns mit dem eingeschränkten Beinraum schon gar nicht mehr so unwohl.


Die Fahrt über die Berge nach Umphang war für sich schon ein Abenteuer.

Die etwa 167 km lange und äußerst kurvenreiche Strecke führt über mehrere mit dichtem Urwald bedecke Gebirgesketten. Mit bis zu 1300 m Höhe und mehr als 1200 z.T sehr engen und steilen Kurven gilt sie als eine der gefährlichsten und unfallträchtigsten Verkehrsabschnitte in Thailand.

Den Beinamen "Highway des Todes" erhielt die Stecke allerdings, als während des Ausbaus der Straße in den 1980er Jahren, es zu erbitterten blutigen Auseinandersetzungen mit den örtlichen Bergvölkern bzw. deren Guerillagruppen kam.

Davor war die Gegend nur über schwer passierbare Wege erreichbar und weitgehend von der Außenwelt isoliert.



Während eines Zwischenstopps hatten wir die Gelegenheit, mal wieder kullinarisches Neuland zu betreten.


Diesmal haben uns gefüllte Teigtaschen, ähnlich wie Dampfnudeln intessiert.


Zu meinem großen Erstaunen hat moh kurzerhand einige davon bestellt und probiert, noch bevor es mir gelang, die Beschriftung mit dem Translator zu übersetzen.

Das Ergebnis war - wie so oft - ausgesprochen lecker. Ein weiteres Gericht, das auf unserer "müssen-wir-versuchen-nachzukochen-Liste" landet.


Nach gut 6 Stunden Fahrt erreichten wir dann das Tal von Umphang, wo uns der Fahrer fast direkt vor unserer Unterkunft angesetzt hat.


Glücklicherweise hatte unsere ausgesprochen freundliche und hilfsbereite Gastgeberin schon vorher mit uns per Email und später auch über WhatsApp Kontakt aufgenommen, um uns hilfreiche Tipps und Hinweise zu geben.


Unter anderem einen Text auf Thai, dem wir dem Fahrer zeigen sollen, damit er weiß wo er uns absetzen soll.



Unsere Unterkunft ist, wenn man den praktisch nicht ausgeschilderten Weg dahin findet, so wie beschrieben,

eine kleine Gruppe von Häuschen, direkt am Fluss mit Veranda.

Die vielen Geländefahrzeuge davor deuten an, dass die Unterkünfte in Umphang fast ausschließlich von abenteuerlustigen asiatischen Reisegruppen aufgesucht werden, die in den umgebenden Bergen Wanderungen und andere Outdoorerlebnisse suchen. 


Westliche bzw. europäische Besucher verirren sich nur selten an diesen abgelegenen Ort, was wir schon im Vorfeld bei der ausgesprochen schwierigen Suche nach einer Unterkunft gemerkt haben.



Bei einem kurzem Spaziergang durch den Ort, ließen sich ein wunderschöner, in der Sonne glänzender Tempel und für Thailand erstaunlich saubere und hübsch angelegte Straßen entdecken.


Was folgt dürfte bekannt sein: 

Leckeres Essen am nahegelegenen Markt.


Die Abenddämmerung genossen wir dann auf unser Veranda über dem Fluss, auch um uns auf das vorzubereiten, was uns morgen erwartet.