Tag 38

06.01.2025 - Von Khao Sok nach Aonang / Krabi

Heute konnten wir bei der Abreise aus unserem wirklich hüpsch am Rande des Regenwalds gelegenen Ressorts beobachten , wie eine der Unterkünfte von einer Gruppe Affen aufgebrochen und drinnen nach Essbaren durchsucht wurde.


Wir informierten natürlich das Hotelpersonal, welches mit einer "oh-nicht-schon-wieder-Mimik" reagierte. 


Es hat wohl seinen Preis, so nah an der Natur zu leben.


Aber weiter geht's...

Unser online vorbestelltes Sammeltaxi zum nächsten Reiseabschnitt "Ao Nang" war sogar 15 min früher als angekündigt da.


Ab dann lief aber nichts mehr wie geplant.


Unser Fahrer fuhr zunächst in die völlig entgegengesetzte Richtung.

Nach gut 60 Kilometer hatte er noch weitere Fahrgäste am Staudamm des Chiao-Lan-Sees eingesammelt und dann an verschiedenen Orten in der Umgebung.


Inzwischen war der Minivan schon bis auf den letzten Platz besetzt, als noch zweite Fahrgäste abzuholen waren.


In vollkommener Gelassenheit räumte der Fahrer das Gepäck erneut um, jeder Millimeter zwischen den Sitzen wurde mit Taschen, Koffern und Rucksäcken ausgefüllt und im Kofferraum wurden zwei weitere Notsitze ausgeklappt.


Während sich unter den Fahrgästen eine gewisse Unruhe breit machte, mussten wir an unserer weitaus abenteuerlichen Fahrten in Umphang und Umgebung denken und milde in uns hineinlächeln.


Das gleiche Spiel nur rückwärts ereignete sich bei der Ankunft. 


Erst wurden Fahrgäste im Krabi Town abgesetzt, andere mussten sogar das Fahrzeug wechseln.


Unser Ziel in Ao Nang war eines der letzteren Orte, die der Fahrer in stoischer Ruhe ansteuerte.


Die normalerweise 156 km weite Fahrt dauerte anstatt der bei der Buchung angegebenen 3 Stunden satte 5 Stunden.


Wir nahmen es mit Gelassenheit hin, hatten für den Tag zum Glück noch nichts geplant.


Unsere Unterkunft in Ao Nang sah auf den ersten Blick sehr respektabl aus.


Bei genauerem Hinsehen (was man in Thailand in der Regel nie machen sollte) zeigte sich aber doch ein gewisser abgenutzer Zustand was sich unter anderem am Pool und in der Lobby durch einen ziemlich penetranten Geruch nach Bahnhofsunterführung bemerkbar machte.


Für eine Unterkunft in der Preislage nicht wirklich angemessen.


Also zog es uns recht zeitig zu einem sog. Nachtmarkt der Stadt, welche sich viel mehr als eine Mischung aus Kirmes, Einkaufszentrum, Souvenirständen und Essensständen herausstellte, die sich zu 100% an die fast ausschließlichen westlichen Besucher richteten.


Im Esssbereich wo man üblicherweise seine an den Ständen erworbenen Gerichte verzehren konnte, waren ein Großteil der Tische als "Beer Zone" deklariert, d.h. man durfte dort nur Platz nehmen, wenn man gleichzeitig Bier bei einer rasch heraneilenden Bedienung bestellte und zu sich nahm.


Der Andrang auf die wenigen Tische mit "Free Zone" war entsprechend groß.


Wir verließen diesen wenig gastlichen Ort wieder und fanden im einem anderen, kleineren Nachtmarkt ein paar Cocktailstände, an denen man das muntere Treiben der diesen Ort dominierenden Pauschaltouristen beobachten konnte.


Für uns stand fest:


Wir waren am falschen Ort. 


Ao Nang ist trotz gewisser Vorzüge (dazu später mehr) für uns ein schrecklicher Ort, der mit Thailand, so wie wir es lieben, nichts zu tun hat.


Für Pauschaltouristen, die in der exotischen Ferne ansonsten alles so haben wollen wie zu Hause oder sich am Ballermann wohlfühlen, sicher eine passende Umgebung.

Eine fast endlose Aneinanderreihung von Restaurants, Hotels, Tourist-Informations (Touren-Verkaufsbüros), Massagesalons, lauten Bars, Souvenirsständen und dergleichen. 


Wir wollten am liebsten sofort wieder in den Norden zurück und haben ernsthaft darüber nachgedacht, doch da zeigte sich der Nachteil der langfristigen Vorausplanung - eine Änderung der Reiseplanung wäre sehr kostspielig und daher wenig sinnvoll.

Also beschlossen wir, so gut es geht das Beste daraus zu machen.