Tag 36

05.01.2025 - Khao Sok

Nach dem Frühstück mit Blick über den in Morgennebel gehüllten Fluss wurden alle Gäste je nach Reiseziel in Gruppen aufgeteilt und in Kleinbussen gestopft.


Unser Ziel war der Chiao-Lan-See, ein in den 1980er angelegter Stausee, der sich inmitten des bergigen Regenwalds auf einer Fläche von 165 Quadratkilometer ausbreitet.


Schon der Anblick auf Google Maps mit seinen zahlreichen, fraktal aussehenden Seitentälern lässt erahnen, in welcher fantastischen Landschaft sich der See ausbreiten musste.


Vor der Flutung wurden die Bereiche, die überschwemmt werden würden, zur Abholzung freigegeben. 


Es wurden jedoch nur die lohnenden Objekte gefällt und abtransportiert, so dass heute noch an den weniger tiefen Stellen abgestorbene Bäume aus dem Wasser ragen. Durch die dortige Geländeform – steil aufragende Kalksteinberge – bildeten sich über 100 Inseln.


Seit einigen Jahren ist der See auch touristisch erschlossen. Mit Langbooten kann man vom Staudamm aus zu schwimmenden Hütten chauffiert werden, die als Ausgangspunkt für Dschungel- und Kajaktouren oder einfach nur zum Übernachten in der Natur dienen. 


Derzeit gibt es 14 schwimmende Resorts auf dem Stausee, 10 Private und 4 Ranger-Rafthouse Anlagen.


Nach einigen Zwischenstopps an Geldautomaten und einem Markt (auf dem See gibt es sowas nicht) erreichten wir den Pier in der Nähe des Staudamms.


Zum Glück waren wir durch ein paar Youtube Videos mental auf das kommende vorgewarnt.


Dennoch hat uns der Menschenauflauf und das irgendwie doch geordnete Chaos aus ankommen und wegfahren Reisegruppen, Booten, Kontrollpunkten und Souvenirständen ziemlich erschlagen.


Wie erhielten alle ein farbiges Armbändchen und wurden dann in verschiedenen Gruppen wie eine Schafherde von einem Wartepunkt zum nächsten gelotst bis wir endlich eines der Boote besteigen konnten, die wie an einer Perlenkette aneinander gereiht auf dem See fuhren.


Da Thais in der Regel nicht schwimmen können, herrscht in Thailand eine generelle Pflicht im und auf Gewässer Schwimmwesten zu tragen, worauf wir am Anfang sehr eindringlich hingewiesen wurden, was im Verlauf das Tages aber immer weniger beachtet wurde.


Es folgte eine recht rasante Fahrt bis zu unserem Ressort durch eine atemberaubende Landschaft, was sich anhand von Bildern auch wegen des etwas trüben Wetters kaum darstellen lässt.

Je nach Lichteinfall schimmerte das Wasser in einer smaragdgrünen Farbe.


Nach gut einer Stunde erreichten wir unser "Ressort" eine einfache Ansammlung einfacher schwimmender Bambushütten nebst Restaurant, Toilettenhütte und einem Pier zum Anlegen der Boote.


Wir erhielten einige kurze Einweisungen zum Beispiel darüber, dass wir es gar nicht versuchen brauchen, irgendwie online zu gehen (kein Wlan oder Mobilfunk), zu welchen Uhrzeiten es elektrischen Strom gibt, welche Aktivitäten möglich sind, Essenszeiten, Schwimmwesten-Tragepflicht und vor allem die völlige Unmöglichkeit Handys und andere Dinge, die ins Wasser fallen, aus 14 Meter Tiefe wieder herauszuholen. 


Wörtlich: "Say bye bye forever" 😊


Dann wurde uns eine der Hütten zugewiesen und eine durchaus leckere Mahlzeit serviert.


In unserer Reisegruppe bzw. Ressort waren wir übrigens mit Abstand die ältesten Personen, augenscheinlich alles Europäer von Typ "Jung-schön-reich" mit denen wir nicht wirklich in Kontakt kamen oder auch nicht kommen wollten.

Nach dem Essen ging es dann aufs bzw ins herrlich erfrischende Wasser mit perfekter Badetemperatur.


Ein Teil unserer Mitreisenden nutzen dies nach Kräften dies mit Dosenbier noch lustiger zu gestalten


Während Dirk nach dem ausgiebigen Baden in der Bambushütte ausruhte, ging moh mit einem Teil der Reisegruppe auf eine Dschungel-Wanderung.


Die Jungeltour bzw. Wanderung in einem Wasserfall war definitiv ein Massenausflug wie es im Bilderbuch steht. 

Als unsere Truppe am Ziel ankamen, fuhr gerade eine Gruppe wieder weg.


Dirk hatte sich übrigens richtig entschieden, nicht mitzukommen.

Der Weg war steil, äußerst glatt, nass und dadurch sehr rutschig.


Die Gegend selbst war ein Traum, allerdings durch die Anzahl der Personen vor Ort verlor der Glanz seinen Charme.


Die Trampelpfade waren wirklich schon sehr zertrampelt.

Aber von weitem konnte man Gibbons in den Wipfel der Bäume springen sehen.


Ich genoss derweil eher die Jugend, die versuchten ihre teuren Sneakers sauber und trocken zu halten.

Während ich dank Wasserschuhe genüsslich durch das angenehme kristallklare Bergwasser stapfte.


Nach dem wir die kleine Runde abgeschlossen haben, ging es mit dem Boot wieder trockenen Fußes über dem Kao Sok auf Tiersuche.


Leider erfolglos.


Dennoch konnte man die Natur in Ruhe genießen.


Die Tourguides waren sichtlich enttäuscht uns keine Tiere zeigen zu können und wir fuhren zum Abendessen zurück.


Zum Abendessen gab es neben einer Auswahl recht einfacher überwiegend auf Obst, Gemüse und Reis basierenden Gerichte (er erfolgte publikumsgerecht zuvor eine Anfrage nach Vegetarier, Veganer und Unverträglichkeiten) wurde ein ausgesprochen leckerer gebratener Fisch aus den See serviert, an den sich sogar moh herangetraut hat.


Den Rest des Abends genossen wir die erstaunlich früh einsetzende Ruhe unserer jungen Mitreisenden und das sanfte Schaukeln und Plätchern unserer schwimmenden Bambushütte und schliefen recht früh ein.