Der Tag begann mit einer recht zeitaufwändigen Standortrecherche. Moh hatte im Internet von der Errichtung eines neuen Tempels erfahren, der mit seinem riesigen, 69 Meter hohen, sitzenden Buddha so ziemlich viele Maße sprengt. Geschäftstüchtige TukTuk Fahrer sprachen uns die Tage auch ständig mit den Worten “Big Buddha!” auf die neueste Attraktion der Stadt an.
Moh's Recherche ergab, dass die beste Ansicht aufgrund der enormen Größe von etwas weiter weg besteht. Anhand von Google Maps und Fotos aus dem Internet galt es die passenden Standorte herauszufinden, um nach Möglichkeit diese Perspektiven zu erhaschen:
Auf dem Weg dahin legten wir einen Zwischenstopp im chinesischen Viertel von Bangkok ein, das für sein quirliges Marktleben und zahlreichen Restaurants und Essensstände (manche wurden sogar mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet) bekannt ist. Die Bilder sprechen wohl für sich.
Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, auch vor Ort etwas zu probieren 😊
So gestärkt machten wir uns auf den Weg zu dem doch recht außerhalb des Stadtzentrums befindlichen “Big Buddha”. Das stellte sich mit den öffentlichen Buslinien als gar nicht so einfach heraus.
Nachdem wir uns zuerst verfahren haben und dann vergeblich auf den in Google Maps angekündige Bus warteten, nahmen wir schließlich die Metro (es verkehren nur wenige Linien außerhalb des Zentrums) und einen längeren Fußweg in Kauf. Das ging dann auch ziemlich flott.
Am Bahnhof angekommen bot sich von den oberen Bahnsteigen (die U-Bahn wurde zwischenzeitlich zu einer Hochbahn) aus der Ferne folgendes Bild:
Der 2021 fertiggestellte große Buddha ist aus irgendwelchen Grund mit einem Baugerüst vollständig eingehüllt worden. Eine herbe Enttäuschung.
Also drehten wir kurzerhand um, da noch ein weiterer Tempel auf unserer Tagesplanung stand. Der Weg dahin sollte sich aber mit öffentlichen Verkehrsmittel (sofern man Google Maps glauben mag) so aufwändig und langwierig gestalten, dass wir kurzerhand entschieden, die ca 2,5 km lange Strecke zu Fuß zu gehen. Wann hat man schon die Gelegenheit, als Tourist in einer ziemlich abgelegenen Gegend in den Außenbezirken von Bangkok unterwegs zu sein? Die Aussicht auf Abenteuer lockte.
Nachdem wir die ausgesprochen hässliche Umgebung um die Metrostation und Ausfallstraßen hinter uns ließen, durchquerten wir eine fast schon ländliche Gegend mit Gärten und kleinen Häusern. Die wenigen Menschen, die uns begegneten waren sichtlich erstaunt, hier auf Europäer bzw Touristen zu treffen und begrüßten uns ausgesprochen freundlich. Das Einzige, was an die Innenstadt erinnerte, waren die vielen Mopedfahrer, die hier durch die schmalen Gassen brausten.
Am Ziel, den berühmtenn und beeindruckenden Wat Arun (Tempel der Morgenröte) bot sich schon am Eingang ein sehr ungewöhnliches Bild.
Zahlreiche junge Frauen und Männer, zogen sich traditionelle festliche Kleidung an und lichteten sich mit ihren Handys vor der wirklich beeindruckenden Kulisse ab. Zunächst dachten wir an einen Hochzeitsbrauch oder ein Fest, später erfuhren wir aber, dass es sich hierbei um einen seit einigen Jahren bestehenden Hype handelt, dem vor allem Touristen aus asiatischen Ländern nachgehen, um möglichst anmutige Bilder für Instergram und Co. zu produzieren. Daraus ist inzwischen eine florierende Geschäftsidee entstanden. Zahlreiche Fotografen bieten professionelle Fotosessions inklusive Chauffeurservice und Kostümverleih an.
Wir könnten dem gerade so noch widerstehen und genossen die zum Teil sehr amüsante Szenerie.
Der Tempel selbst mit seinen beeindruckenden Ornamenten aus chinesischem Porzellan und Figuren geriet fast in den Hintergrund.
Am Ende sind auch wir ein wenig dem Selfie Wahn verfallen 😊
Zum Abend, wenn alle Besucher den Tempel verlassen müssen, wird der Tempel bzw. sein gut 70m hoher zentraler Prang durch eine weithin sichtbare Beleuchtung sowie Lichtershow in Szene gesetzt.
Auf dem Rückweg entdeckten wir am Rande des großen Blumenmarktes (dort werden Unmengen von Tempelschmuck und Opfergaben aus frischen Blumen hergestellt und verkauft) noch einige Straßenstände mit unglaublich leckeren Fleischspießen. An einem unscheinbaren Straßenstand weit ab der Touristenpfade trauten wir uns dann zum ersten Mal zu Abend zu essen, obwohl es dort keinerlei englische Übersetzung oder Bilder von den angebotenen Speisen gab. Das Ergebnis war köstlich!
Feierabend... Ab ins Hotel!
