Auch der Neujahrstag lief ein wenig anders als erwartet.
Nach dem Frühstück trafen wir uns mit einer lieben Arbeitskollegin von Dirk auf einen Kaffee, welche öfters Thailand besucht und wenige Stunden zuvor in Chiang Mai gelandet ist.
Es war schön mal wieder vertraute Stimmen zu hören und sich über bisherige und kommende Erlebnisse auszutauschen.
Eigentlich wollten wir uns im Anschluß nur einen nahegelegenen Tempel kurz anschauen, der durch einen riesigen, vollständig mit Gold (Farbe) bedeckten Chedi bekannt ist.
Wir erfuhren über das Internet, dass diesen Fäden eine besondere Bedeutung bei buddhistischen Neujahrszeremonien zukommt.
Während der Zeremonie binden sich die Gläubigen die Fäden um Finger, Hand oder Kopf so dass sie sie dem Tempel, dem Buddha und den Mönchen verbunden sind und dadurch das Gute und Reine auf die Gemeinde übertragen wird. Wir lasen auch, dass Fremde dazu willkommen sind.
Beim Spaziergang durch die Tempelanlage fiel uns ein reges Treiben der Gläubigen auf, die inmitten der Touristen ihren vielfältigen Ritualen nachgingen und im Anschluß selbst wie die Touristen wild mir ihren Smartphones knipsten.
Nachdem wir uns das Treiben eine Weile anschauten und ein Orchester für unsere Ohren recht eigenwillige Musik spielte, deutete Moh auf zwei freie Plätze einer Stuhlreihe hin, die ein etwas entspannteres Betrachten der Szenerie versprachen.
Wir saßen nicht lange als immer mehr Thais sich dazu gesellten und plötzlich drückte man uns eine Spule mit aufgewickelten Baumwollfaden in die Hand.
Wir wussten nicht, wie wir uns verhalten sollten und ob es unhöflich ist, einfach wieder zu gehen.
Also ließen wir uns ein und erlebten eine gut 3-stündige Zeremonie aus Gebeten, Musikdarbietungen, meditativen Gesängen der Mönche und eines mehr.
Vielfach durchwoben mit der sehr eigenwilligen und dennoch in den Bann ziehenden Musik des Orchesters.
Der Höhepunkt der Zeremonie war die Art rituelle Reinigung des Chedis, in dem über ein Seilsystem ein mit gesegnetem Wasser gefüllter mystischer Vogel nach oben gezogen und dort entleert wurde.
Bei aller Frömmigkeit der Thais, ließ sich aber auch beobachten, dass viele, vor allem scheinbar gut betuchte Thais, nicht immer so ganz bei der Sache waren, aber nie den Faden verloren 😊
Am Ende der Zeremonie gab es noch ein recht ausgelassens "meet and greet" von dem auch fleißig Handyfotos gemacht wurden.
Der Tempel mit sämtlichen Opfergaben erstrahlte zur Abenddämmerung im goldenen Licht.
Ziemlich beseelt von der Musik und den Gesängen noch leicht benommen trafen wir Dirk's Arbeitskollegen zum Abendessen, wobei wir unterwegs zwangsläufig an einem weiteren Tempel vorbei kamen, dessen weiße Fäden nun auch für uns eine ganz besondere Bedeutung haben.
Dank Daiana haben wir nun auch auf dem Nachtmarkt eine bislang unbekannte Nachspeise für uns entdeckt:
Mango mit Klebreis und Kokossauce. Unfassbar lecker und sicher nicht das letzte Mal, dass wir uns das gönnen.
Ein wunderbarer Abschluss unsere Tour durch den Norden Thailands und ein spiritueller Start ins neue Jahr.
Nun beginnen weitere und vermutlich ganz andere Abenteuer im Süden des Landes.
